Covid-⁠19 Schweiz

Informationen zur aktuellen Lage, Stand 3. Dezember 2021

Übers Wochenende veröffentlichen wir keine neuen Daten.

Epidemiologischer Verlauf,Schweiz und Liechtenstein

Relevante Virusvarianten

Diese Daten basieren auf Meldungen von Laboren, die das Virusmaterial sequenzieren oder gezielt auf Mutationen untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse werden über unser Meldesystem sowie über ein nationales SARS-⁠CoV-⁠2-Überwachungsprogramm erfasst.

Virusvarianten Übersicht

Relevante Virusvarianten, Schweiz und Liechtenstein, 28.09.2020 bis 03.12.2021

Virusvarianten werden anhand von Mutationen in ihrem Genom (Veränderung des Erbguts) bestimmt und klassifiziert. Bei einigen SARS-⁠CoV-⁠2-Varianten führen Mutationen zu veränderten Erregereigenschaften wie einer erhöhten Ansteckungsgefahr, schwereren Krankheitsverläufen, Risiken einer erneuten Ansteckung und verminderten Impfschutz. Die Verbreitung dieser Virusvarianten kann die epidemiologische Lage beeinflussen. Deshalb werden sie als relevante Varianten klassifiziert und stehen unter besonderer Beobachtung.

Die WHO hat einzelne Virusvarianten als VOC (Variants Of Concern; Deutsch: besorgniserregende Varianten) und VOI (Variants Of Interest; Deutsch: Varianten von Interesse) klassifiziert. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein kann die Klassifizierung der Virusvarianten von derjenigen der WHO abweichen, denn die Relevanz der Varianten ist von ihrem aktuellen regionalen Vorkommen abhängig.

Die Variante B.1.1.7– Alpha (erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen) tritt seit Mitte Februar 2021 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein am häufigsten auf. Folglich ist sie in diesen Gebieten seit Mai 2021 nicht mehr als VOC klassifiziert.

Laboratorien melden uns die Ergebnisse der sogenannten fallspezifischen Variantenanalyse über das Meldesystem. Diese beinhalten die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder die Teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten hingegen beinhaltet die gezielte, vollständige Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können bisher unbekannte Varianten identifiziert werden.

Meldesystem: Ergebnisse der fallspezifischen Variantenanalyse werden uns über das Meldesystem übermittelt. Fallspezifische Analysen beinhalten entweder die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder eine teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die Daten werden hauptsächlich im Rahmen der gezielten Abklärung (zum Beispiel Ausbruchsuntersuchungen, Fälle trotz vollständiger Impfung und Re-⁠Infektionen) erhoben. Daher handelt es sich um nicht repräsentativ erhobene Stichproben.

Überwachung: Ergebnisse aus der Überwachung basieren auf der vollständigen Genomsequenzierung von SARS-⁠CoV-⁠2. Im Rahmen der Überwachung sequenziert ein Labor aus positiven SARS-⁠CoV-⁠2-Proben zufällige Stichproben. So kann ein repräsentativer und flächendeckender Überblick über die aktuell zirkulierenden Virusvarianten gewonnen werden. Anhand der Daten können wir den Anteil einzelner Virusvarianten schätzen. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten erkennen.

Variante Meldesystem Überwachung
B.1.351 – Beta

Von Mitte Februar bis Ende Juni 2021 kam diese Variante in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein am häufigsten vor. In diesen Gebieten ist sie seit Mai 2021 nicht mehr als besorgniserregende Variante (VOC) klassifiziert. International gilt sie weiterhin als VOC, da eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. Erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen.

Meldesystem

250

Überwachung

272
P.1 – Gamma

Diese Virusvariante gilt als besorgniserregend (VOC), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Erstmals Ende 2020 in Brasilien und Japan nachgewiesen.

Meldesystem

28

Überwachung

230
B.1.617.2, alle Untervarianten AY - Delta

Der Name Delta bezieht sich auf die Familie von Varianten B.1.617.2 und allen Untervarianten AY. Seit Ende Juni 2021 kommt diese Variantenfamilie in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein am häufigsten vor. In diesen Gebieten ist sie daher seit Mitte August 2021 nicht mehr als besorgniserregende Variante (VOC) klassifiziert. International gilt diese Variantenfamilie weiterhin als VOC, da ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit der Covid-⁠⁠19-⁠⁠Impfung bestehen. Erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen.

Meldesystem

6375

Überwachung

29 361
C.37 – Lambda

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit der Covid-⁠⁠19-⁠⁠Impfung vermutet werden. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein wurde sie bisher selten nachgewiesen. Daher stufen wir diese VOI als nicht als besorgniserregend ein. Erstmals im Dezember 2020 in Peru nachgewiesen.

Meldesystem

-

Überwachung

29
B.1.617.1 – Kappa

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit der Impfung vermutet wird. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen.

Meldesystem

1

Überwachung

9
B.1.1.7 – Alpha

Diese Virusvariante (erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen) gilt international als besorgniserregend (VOC), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein bestimmt diese Variante seit Mitte Februar 2021 das Infektionsgeschehen. Folglich ist sie in diesen Gebieten seit Mai 2021 nicht mehr als VOC klassifiziert.

Meldesystem

18 187

Überwachung

19 554
P.2 – Zeta

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im April 2020 in Brasilien nachgewiesen.

Meldesystem

32

Überwachung

21
B.1.525 – Eta

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im Dezember 2020 in Nigeria und weiteren Ländern nachgewiesen.

Meldesystem

4

Überwachung

48
B.1.526 – Iota

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im November 2020 in den USA nachgewiesen.

Meldesystem

-

Überwachung

11
B.1.1.7 & E484K

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr sowie ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
B.1.1.318

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da eine reduzierte Wirksamkeit der Covid-⁠⁠19-⁠⁠Impfung vermutet wird. Erstmals im Januar 2021 in mehreren Ländern nachgewiesen.

Meldesystem

-

Überwachung

208
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covid19.admin.ch
Quelle: BAG (Meldesystem) – Stand: 03.12.2021, 07.52h
Quelle: BAG (Überwachung) – Stand: 03.12.2021, 08.06h

Zeitliche Entwicklung

Relevante Virusvarianten, Schweiz und Liechtenstein, 28.09.2020 bis 03.12.2021

Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten beinhaltet die gezielte, vollständige Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten identifizieren.

Die Darstellung zeigt die Entwicklung des geschätzten Anteils der relevanten Virusvarianten in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein über einen gewählten Zeitraum. Die Linie stellt den gleitenden 7-⁠⁠Tages-⁠Schnitt (Durchschnitt der 3 Tage zuvor bis 3 Tage danach) dar. Das Balkendiagramm enthält die Anzahl der vollständig sequenzierten Proben pro Tag.

Für die einzeln ausgewählten Varianten sind die Tageswerte mit einem oberen und einem unteren Wert eingegrenzt, welche eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent abbilden.
B.1.351 – Beta
P.1 – Gamma
B.1.617.2, alle Untervarianten AY - Delta
C.37 – Lambda
Geschätzter Anteil an relevanten Virusvarianten (7-⁠Tage-⁠Schnitt)
Probesequenzierung
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covid19.admin.ch
Quelle: BAG (Überwachung) – Stand: 03.12.2021, 08.06h