Covid-⁠19 Schweiz

Informationen zur aktuellen Lage, Stand 14. Januar 2022

Die aktuellen Kennzahlen veröffentlichen wir jeweils von Montag bis Freitag (ausser an Feiertagen).

Epidemiologischer Verlauf,Appenzell Ausserrhoden

Virusvarianten

Die von uns veröffentlichten Daten basieren auf Meldungen von Laboratorien, die das Virusmaterial sequenzieren oder gezielt auf Mutationen untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse werden über unser Meldesystem sowie über ein nationales SARS-⁠⁠CoV-⁠⁠Überwachungsprogramm erfasst. Sie können von denjenigen Zahlen abweichen, welche die Kantone und Liechtenstein kommunizieren.

Das neuartige Coronavirus (SARS-⁠CoV-⁠2), welches die Infektionskrankheit Covid-⁠19 verursacht, verändert sich fortlaufend durch Mutationen in seinem Genom (Veränderung des Erbguts). Mit Hilfe dieser Mutationen können Virusvarianten bestimmt und klassifiziert werden. Die meisten Mutationen haben nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Eigenschaften des Virus. Doch einige SARS-⁠CoV-⁠2-Varianten zeichnen sich durch veränderte Erregereigenschaften aus, welche die epidemiologische Lage beeinflussen können, indem sie beispielsweise ansteckender sind, einen schwereren Krankheitsverlauf verursachen oder der Immunantwort trotz einer durchgemachten Infektion oder Impfung entgehen (Immunevasion). Für die meisten bekannten Virusvarianten besteht bei vollständiger Impfung weiterhin ein hoher Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe. Für einzelne Varianten sind noch keine abschliessenden Erkenntnisse vorhanden.

Die WHO hat einzelne Virusvarianten als VOC (Variants Of Concern; Deutsch: besorgniserregende Varianten) und VOI (Variants Of Interest; Deutsch: Varianten von Interesse) klassifiziert. Diese Virusvarianten stehen unter besonderer Beobachtung. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein kann die Klassifizierung der Virusvarianten von derjenigen der WHO abweichen. Expertinnen und Experten evaluieren regelmässig neuste Erkenntnisse zu bekannten und neu auftretenden Virusvarianten und schätzen den potentiellen Einfluss der zirkulierenden Virusvarianten auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und Liechtenstein ein.

Virusvarianten Übersicht

Nachgewiesene Virusvarianten, Appenzell Ausserrhoden, 28.09.2020 bis 14.01.2022

Laboratorien melden uns die Ergebnisse der sogenannten fallspezifischen Variantenanalyse über das obligatorische Meldesystem. Diese beinhalten die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder die Teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten basiert auf der gezielten, vollständigen Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können bisher unbekannte Varianten identifiziert werden. Die Tabelle zeigt kumulative Anzahl der nachgewiesenen Varianten in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

Meldesystem: Ergebnisse der fallspezifischen Variantenanalyse werden uns über das Meldesystem übermittelt. Fallspezifische Analysen beinhalten entweder die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder eine teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die Daten werden hauptsächlich im Rahmen der gezielten Abklärung (zum Beispiel Ausbruchsuntersuchungen, Fälle trotz vollständiger Impfung und Re-⁠Infektionen) erhoben. Daher handelt es sich um nicht repräsentativ erhobene Stichproben.

Überwachung: Ergebnisse aus der Überwachung basieren auf der vollständigen Genomsequenzierung von SARS-⁠CoV-⁠2. Im Rahmen der Überwachung sequenziert ein Labor aus positiven SARS-⁠CoV-⁠2-Proben zufällige Stichproben. So kann ein repräsentativer und flächendeckender Überblick über die aktuell zirkulierenden Virusvarianten gewonnen werden. Anhand der Daten können wir den Anteil einzelner Virusvarianten schätzen. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten erkennen.

Variante Meldesystem Überwachung
B.1.1.529 – Omikron

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gilt diese Virusvariante als besorgniserregend (VOC). Für diese Variante bestehen noch keine validierten Erkenntnisse zu ihren Erregereigenschaften. Anhand ihrer Mutationen wird eine erhöhte Übertragbarkeit und reduzierter Immunschutz vermutet. Damit könnten das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes bestehen. Omikron wurde erstmals im November 2021 in Botsuana und Südafrika nachgewiesen.

Meldesystem

8

Überwachung

-
B.1.617.2, alle Untervarianten AY - Delta

Der Name Delta bezieht sich auf die Familie von Varianten B.1.617.2 und allen Untervarianten AY. Gemäss WHO Klassifizierung gilt diese Virusvariantenfamilie als besorgniserregend (VOC), da ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht, sie schwerere Krankheitsverläufe verursachen kann und immunevasive Eigenschaften besitzt. Damit besteht auch das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Delta wurde erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen. Seit Ende Juni 2021 kommt diese Variantenfamilie in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein am häufigsten vor. In diesen Gebieten ist sie daher seit Mitte August 2021 nicht mehr als besorgniserregende Variante eingestuft.

Meldesystem

228

Überwachung

-
P.1 – Gamma

Gemäss WHO Klassifizierung gilt diese Virusvariante als besorgniserregend (VOC), da immunevasive Eigenschaften vermutet werden. Damit besteht das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Erstmals Ende 2020 in Brasilien und Japan nachgewiesen. Da sie derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat, wird sie seit Anfang August 2021 in diesen Gebieten nicht mehr als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
B.1.351 – Beta

Gemäss WHO Klassifizierung gilt diese Virusvariante als besorgniserregend (VOC), da sie schwereren Krankheitsverlauf verursachen kann und immunevasive Eigenschaften besitzt. Damit besteht das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Beta wurde erstmals im Mai 2020 in Südafrika nachgewiesen. Da sie derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein hat, wird sie seit Anfang August 2021 in diesen Gebieten nicht mehr als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

1

Überwachung

-
B.1.1.7 – Alpha

Gemäss WHO Klassifizierung gilt diese Virusvariante als besorgniserregend (VOC), da ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht. Alpha wurde erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen. Die Alpha Variante war von Mitte Februar bis Ende Juni 2021 schweizweit die am häufigsten vorkommende Virusvariante und wurde durch Delta verdrängt. Seit Mai 2021 wird Alpha in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein nicht mehr als VOC klassifiziert.

Meldesystem

71

Überwachung

-
C.37 – Lambda

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein galt Lambda als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet werden. Damit besteht das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Erstmals im Dezember 2020 in Peru nachgewiesen. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

-

Überwachung

-
B.1.617.1 – Kappa

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gilt Kappa als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet wurden. Damit bestand das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Kappa wurde erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen. Seit dem 20. September 2021 wird sie nicht mehr als VOI klassifiziert. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
P.2 – Zeta

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein galt Zeta als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet wurden. Damit bestand das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Zeta wurde erstmals im April 2020 in Brasilien nachgewiesen. Seit dem 6 Juli 2021 wird sie nicht mehr als VOI klassifiziert. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
B.1.525 – Eta

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein galt Eta als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet wurden. Damit bestand das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Eta wurde erstmals im Dezember 2020 in mehreren Ländern nachgewiesen. Seit dem 20. September 2021 wird sie nicht mehr als VOI klassifiziert. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
B.1.526 – Iota

Gemäss WHO Klassifizierung, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein galt Iota als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet wurden. Damit bestand das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Iota wurde erstmals im November 2020 in den USA nachgewiesen. Seit dem 20. September 2021 wird sie nicht mehr als VOI klassifiziert. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

-

Überwachung

-
B.1.1.7 & E484K

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr sowie ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
B.1.1.318

In der Schweiz gilt B.1.1.318 als Virusvariante von Interesse (VOI), da immunevasive Eigenschaften vermutet wurden. Damit besteht das Risiko einer erneuten Infektion und die Möglichkeit eines verminderten Impfschutzes. Erstmals im Januar 2021 in mehreren Ländern nachgewiesen. Sie hat derzeit keinen Einfluss auf die epidemiologische Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

-

Überwachung

-
Teilen
covid19.admin.ch
Quelle: BAG (Meldesystem) – Stand: 14.01.2022, 08.20h
Quelle: BAG (Überwachung) – Stand: 14.01.2022, 08.35h

Zeitliche Entwicklung

Nachgewiesene Virusvarianten, Appenzell Ausserrhoden, 28.09.2020 bis 14.01.2022

Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten beinhaltet die gezielte, vollständige Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten identifizieren.

Die Darstellung zeigt die zeitliche Entwicklung des geschätzten Anteils der nachgewiesenen Virusvarianten in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Die Linie stellt den gleitenden 7-⁠⁠⁠Tages-⁠⁠Schnitt dar (Durchschnitt der 3 Tage zuvor bis 3 Tage danach) dar. Das Balkendiagramm zeigt die Anzahl der vollständig sequenzierten Proben pro Tag.

Für die einzeln ausgewählten Varianten sind die Tageswerte mit einem oberen und einem unteren Wert eingegrenzt, welche eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent abbilden.
Teilen
covid19.admin.ch