Covid-⁠19 Schweiz

Informationen zur aktuellen Lage, Stand 21. Juni 2021

Kennzahlen,Schweiz und Liechtenstein

Relevante Virusvarianten

Diese Daten basieren auf Meldungen von Laboren, die das Virusmaterial sequenzieren oder gezielt auf Mutationen untersuchen. Die Untersuchungsergebnisse werden über unser Meldesystem sowie über ein nationales SARS-⁠CoV-⁠2-Überwachungsprogramm erfasst.

Virusvarianten Übersicht

Relevante Virusvarianten, Schweiz und Liechtenstein, 28.09.2020 bis 21.06.2021

Virusvarianten werden anhand von Mutationen in ihrem Genom (Veränderung des Erbguts) bestimmt und klassifiziert. Bei einigen SARS-⁠CoV-⁠2-Varianten führen Mutationen zu veränderten Erregereigenschaften wie einer erhöhten Ansteckungsgefahr, schwereren Krankheitsverläufen, Risiken einer erneuten Ansteckung und verminderten Impfschutz. Die Verbreitung dieser Virusvarianten kann die epidemiologische Lage beeinflussen. Deshalb werden sie als relevante Varianten klassifiziert und stehen unter besonderer Beobachtung.

Die WHO hat einzelne Virusvarianten als VOC (Variants Of Concern; Deutsch: besorgniserregende Varianten) und VOI (Variants Of Interest; Deutsch: Varianten von Interesse) klassifiziert. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein kann die Klassifizierung der Virusvarianten von derjenigen der WHO abweichen, denn die Relevanz der Varianten ist von ihrem aktuellen regionalen Vorkommen abhängig.

Die Variante B.1.1.7– Alpha (erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen) tritt seit Mitte Februar 2021 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein am häufigsten auf. Folglich ist sie in diesen Gebieten seit Mai 2021 nicht mehr als VOC klassifiziert.

Laboratorien melden uns die Ergebnisse der sogenannten fallspezifischen Variantenanalyse über das Meldesystem. Diese beinhalten die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder die Teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten hingegen beinhaltet die gezielte, vollständige Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können bisher unbekannte Varianten identifiziert werden.

Meldesystem: Ergebnisse der fallspezifischen Variantenanalyse werden uns über das Meldesystem übermittelt. Fallspezifische Analysen beinhalten entweder die gezielte Untersuchung einzelner Mutationen oder eine Teil- respektive vollständige Sequenzierung des Genoms. Die Daten werden hauptsächlich im Rahmen der gezielten Abklärung (zum Beispiel Ausbruchsuntersuchungen, Impfdurchbrüche und Re-⁠Infektionen) erhoben. Daher handelt es sich um nicht repräsentativ erhobene Stichproben.

Überwachung: Ergebnisse aus der Überwachung basieren auf der vollständigen Genomsequenzierung von SARS-⁠CoV-⁠2. Im Rahmen der Überwachung sequenziert ein Labor aus positiven SARS-⁠CoV-⁠2-Proben zufällige Stichproben. So kann ein repräsentativer und flächendeckender Überblick über die aktuell zirkulierenden Virusvarianten gewonnen werden. Anhand der Daten können wir den Anteil einzelner Virusvarianten schätzen. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten erkennen.

Variante Meldesystem Überwachung
B.1.351 – Beta

Diese Virusvariante gilt als besorgniserregend (VOC), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Erstmals im Mai 2020 in Südafrika nachgewiesen.

Meldesystem

249

Überwachung

237
P.1 – Gamma

Diese Virusvariante gilt als besorgniserregend (VOC), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Erstmals Ende 2020 in Brasilien und Japan nachgewiesen.

Meldesystem

21

Überwachung

114
B.1.617.2 - Delta

Diese Virusvariante gilt seit Anfang Mai 2021 als besorgniserregend (VOC), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr, ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen.

Meldesystem

17

Überwachung

83
B.1.617.1 - Kappa

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit der Impfung vermutet wird. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im Oktober 2020 in Indien nachgewiesen.

Meldesystem

1

Überwachung

10
B.1.1.7 – Alpha

Diese Virusvariante (erstmals im September 2020 in Grossbritannien nachgewiesen) gilt international als besorgniserregend (VOC), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht. In der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein bestimmt diese Variante seit Mitte Februar 2021 das Infektionsgeschehen. Folglich ist sie in diesen Gebieten seit Mai 2021 nicht mehr als VOC klassifiziert.

Meldesystem

18 100

Überwachung

18 642
P.2 – Zeta

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im April 2020 in Brasilien nachgewiesen.

Meldesystem

32

Überwachung

17
B.1.525 – Eta

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im Dezember 2020 in Nigeria und weiteren Ländern nachgewiesen.

Meldesystem

4

Überwachung

38
B.1.526 – Iota

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da das Risiko einer erneuten Infektion besteht und eine reduzierte Wirksamkeit einer Covid-⁠19-⁠Impfung vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft. Erstmals im November 2020 in den USA nachgewiesen.

Meldesystem

-

Überwachung

8
B.1.1.7 & E484K

Diese Virusvariante ist von Interesse (VOI), da eine erhöhte Ansteckungsgefahr sowie ein erhöhtes Risiko einer erneuten Infektion vermutet werden. Sie kommt in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein noch nicht so häufig vor und wird daher nicht als besorgniserregend eingestuft.

Meldesystem

0

Überwachung

-
Teilen
covid19.admin.ch
Quelle: BAG (Meldesystem) – Stand: 21.06.2021, 07.54h
Quelle: BAG (Überwachung) – Stand: 21.06.2021, 08.04h

Zeitliche Entwicklung

Relevante Virusvarianten, Schweiz und Liechtenstein, 28.09.2020 bis 21.06.2021

Die systematische Überwachung zirkulierender Virusvarianten beinhaltet die gezielte, vollständige Sequenzierung des Genoms aus einer repräsentativen Stichprobe. Anhand der Daten kann der Anteil einzelner Virusvarianten geschätzt werden. Zusätzlich können wir bisher unbekannte Varianten identifizieren.

Die Darstellung zeigt die Entwicklung des geschätzten Anteils der relevanten Virusvarianten in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein über einen gewählten Zeitraum. Die Linie stellt den gleitenden 7-⁠⁠Tages-⁠Schnitt (Durchschnitt der 3 Tage zuvor bis 3 Tage danach) dar. Das Balkendiagramm enthält die Anzahl der vollständig sequenzierten Proben pro Tag.

Für die einzeln ausgewählten Varianten sind die Tageswerte mit einem oberen und einem unteren Wert eingegrenzt, welche eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent abbilden.
B.1.351 – Beta
P.1 – Gamma
B.1.617.2 - Delta
Geschätzter Anteil an relevanten Virusvarianten (7-⁠Tage-⁠Schnitt)
Probesequenzierung
Teilen
covid19.admin.ch
Quelle: BAG (Überwachung) – Stand: 21.06.2021, 08.04h